Kann Olivenöl schlecht werden?

2023-06-08-Mi-Olivar-23

Du fragst. Ana antwortet. Auf die Fragen aus der Community und teilt ihr Wissen als Olivenöl-Sommelière und Olivenbäuerin. 

Ana hat 2018 ihre Ausbildung zur Olivenöl-Sommelière an der Escuela Europea de Cata in Madrid absolviert — bei Lehrerin Mar Luna, einer der führenden Sensorik-Expertinnen Spaniens. 

Kann Olivenöl ablaufen und schlecht werden?

Ja, Olivenöl kann schlecht werden. Doch Olivenöl läuft nicht im „klassischen Sinne“ ab, sondern wird eher ranzig.

Das Hauptproblem heißt
Oxidation. Wenn Olivenöl Licht, Wärme oder Sauerstoff ausgesetzt wird, beginnen die Fettsäuren zu oxidieren. Das Öl wird ranzig.

Man riecht es: alter Speck, Wachskreide, manchmal metallisch. Es schmeckt stumpf und unangenehm. Für die Gesundheit ist ranziges Öl
nicht akut gefährlich, aber es enthält dann praktisch keine Polyphenole mehr, und oxidierte Fette sind das Gegenteil von dem, was man im Körper haben möchte.

Das Mindesthalbarkeitsdatum sagt dir: bis wann das Öl bei richtiger Lagerung seine Qualität behält. Es sagt dir nicht, dass es danach sofort ungenießbar ist. Aber je älter das Öl, desto weniger Wirkstoffgehalt.

Meine
Faustregeln: Licht und Wärme sind die größten Feinde des Olivenöls. Deswegen achtet auf dunkle Flasche oder Kühlung. Wärme ist der zweitgrößte, also nicht neben dem Herd lagern oder so. Nach dem Öffnen innerhalb von sechs bis acht Wochen verbrauchen. Und: Kaufe immer mit Erntejahr, nicht nur mit MHD.

Du hast auch eine Frage?

Du hast eine Frage zu Olivenöl, der Ernte und Herstellung, Verwendung in der Küche oder einem anderen Thema? Dann schreib Ana gern deine Frage. 

Bild von Ana Martinez Garcia

Ana Martinez Garcia

Ana ist ganzheitliche Ernährungsberaterin und seit 2018 zertifizierte Olivenöl-Sommelière — ausgebildet an der Escuela Europea de Cata in Madrid. Als Gründerin und Geschäftsführerin von Mi Olivar verkostet, bewertet und erklärt sie Olivenöle mit dem Anspruch, komplexes Wissen verständlich zu machen. In der Rubrik Ana antwortet schreibt sie über die Fragen, die ihr am häufigsten gestellt werden. Kein Marketingsprech. Keine Floskeln. Nur das, was sie nach Jahren mit Öl, Oliven und Verkostungsprotokollen wirklich sagen kann. Ihre Antworten basieren auf sensorischer Ausbildung, täglicher Praxis im Familienhain und der Überzeugung: Gutes Olivenöl sollte keine Frage des Zufalls sein.

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