Was steckt im Öl drin und wie gesund sind Polyphenole wirklich?

Wie Gesund ist Olivenöl?

Olivenöl gilt als gesund und ist eines der am besten erforschten Lebensmittel überhaupt. Insbesondere natives Olivenöl extra steht im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen. Denn aufgrund seiner schonenden Herstellung enthält es die meisten bioaktiven Stoffe, darunter Polyphenole.

Darum geht's

Ist Olivenöl gesund? Die ehrliche Antwort.

Es kommt darauf anNicht jedes Olivenöl ist gleich gesund. Ein Discounter-Öl für 4,99 € und ein handgeerntetes nativ extra mit 526 mg/kg Polyphenolen sind beide technisch „Olivenöl“, aber ernährungsphysiologisch liegen Welten dazwischen.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem einfachen Supermarkt-Öl und einem hochwertigen Erzeuger-Öl liegt in einer Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, die du weder siehst noch riechst,
aber schmeckst: den Polyphenolen.

Was kann man konkret sagen?

  • Was gesichert ist: Die Evidenzlage für hochwertiges, polyphenolreiches Olivenöl als Teil einer mediterranen Ernährung ist stark, Stärker als für die meisten anderen Einzellebensmittel. Die PREDIMED-Studie gilt als eine der methodisch robustesten Ernährungsstudien überhaupt.
  • Was übertrieben wird: Olivenöl pur als „Wundermittel“ zu trinken und damit Krankheiten zu heilen, dafür gibt es keine Grundlage. Es ist ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, kein Supplement.
  • Was oft vergessen wird: Die Studien wurden mit qualitativ hochwertigem nativ extra durchgeführt. Wer billiges, polyphenolearmes Öl konsumiert, kann die Studienergebnisse nicht auf sich übertragen. Das ist der Unterschied, über den kaum jemand spricht.

Was sind Polyphenole?

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Olive natürlicherweise entstehen: als Schutzmechanismus der Frucht gegen UV-Strahlung, Schädlinge und oxidativen Stress.

Die moderne Ernährungsforschung ist sich weitgehend einig, dass das Geheimnis wertvollen Olivenöls seine Polyphenole sind: Diese sekundären Pflanzenstoffe tragen dazu bei, die Blutlipide vor oxidativem Stress zu schützen.

Welche Polyphenole sind im Olivenöl?

Im Olivenöl sind die wichtigsten Polyphenole:

  • Hydroxytyrosol und seine Derivate (darunter Oleuropein-Aglykon)
  • Tyrosol
  • Oleocanthal – verantwortlich für das charakteristische Kratzen im Hals
  • Oleacein

Für diese Gruppe – konkret für Hydroxytyrosol und seine Derivate – hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen offiziell zugelassenen Health Claim erteilt, der in der EU-Verordnung 432/2012 geregelt ist:

„Olivenöl-Polyphenole tragen zum Schutz der Blutfette vor oxidativem Stress bei.“

Bedingung
: Das Öl muss mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und seine Derivate pro 20 g Öl enthalten. Das entspricht einem Polyphenolgehalt von etwa 250 mg/kg. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Polyphenole im Olivenöl

Olivenöl enthält eine ganze Familie natürlicher Pflanzenstoffe. Drei davon sind besonders wichtig — und stehen hinter dem einzigen EU-zugelassenen Gesundheitsanspruch für Olivenöl.

💧
Hydroxy­tyrosol

Namensgeber des EU Health Claims. Kommt frei und als Teil von Oleuropein vor.

Hydroxytyrosol ist der Hauptwirkstoff hinter dem EU-Gesundheitsanspruch. Es ist ein einfacher Phenolalkohol, der im Körper gut absorbiert wird. Entsteht teils direkt in der Olive, teils beim Abbau von Oleuropein. Hitzeempfindlich — bleibt nur bei schonender Verarbeitung erhalten.
🔥
Oleocan­thal

Erzeugt das Kratzen im Hals. Hemmt Entzündungsenzyme ähnlich wie Ibuprofen.

Oleocanthal ist ein Derivat von Tyrosol und zählt zu den Hydroxytyrosol-Verwandten. Es hemmt COX-1 und COX-2 — dieselben Enzyme, die Schmerzmittel wie Ibuprofen adressieren. Das Kratzen im Hals ist sein sensorischer Fingerabdruck. Je stärker das Kratzen, desto mehr Oleocanthal.
🌿
Oleuropein

Hauptpolyphenol der grünen Olive. Erzeugt Bitterkeit. Baut sich beim Reifen ab.

Oleuropein ist ein Glycosid — eine gebundene Form, die beim Pressen und durch Enzymaktivität in Hydroxytyrosol und andere Verbindungen zerfällt. Es ist der Hauptgrund warum früh geerntetes Olivenöl polyphenolreicher ist: In grünen Oliven ist Oleuropein maximal konzentriert.
Zugelassener EU Health Claim · Verordnung EU 432/2012
„Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen."
Nur zulässig bei mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und Derivaten pro 20 g Olivenöl
Verbraucher muss auf tägliche Aufnahme von 20 g Olivenöl hingewiesen werden
Mi Olivar: 433–526 mg/kg Polyphenole — weit über dem Schwellenwert
Quelle: Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission · EFSA Scientific Opinion 2011;9(4):2033

Warum haben die meisten Olivenöle so wenig Polyphenole?

Das ist keine Verschwörung, sondern Physik und Ökonomie:

  • Erntezeitpunkt. Polyphenole sind in der unreifen, grünen Olive am höchsten konzentriert. Mit zunehmender Reife sinkt der Gehalt deutlich. Frühernte bedeutet weniger Ölertrag pro Kilo Frucht und damit höhere Kosten. Industrielle Ernten finden daher oft spät statt, wenn die Ausbeute maximal und der Polyphenolgehalt minimal ist.

  • Verarbeitungszeit. Zwischen Ernte und Pressung oxidieren Polyphenole schnell. Jede Stunde, die eine Olive nach der Ernte liegen bleibt, kostet Inhaltsstoffe. Wer die Oliven noch am Erntetag presst, bewahrt mehr.

  • Verarbeitungstemperatur. Hitze zerstört Polyphenole. Echte Kaltpressung unter 27 °C ist Pflicht – aber nicht alle Hersteller halten sie konsequent ein.

  • Filtration. Ungefiltertes Öl altert durch Restfeuchtigkeit deutlich schneller. Die Polyphenole bauen sich ab, noch bevor die Flasche geöffnet wird.

Kurz: Ein Öl mit hohem Polyphenolgehalt ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis von Entscheidungen – beim Anbau, bei der Ernte, bei der Verarbeitung.

Welches Olivenöl hat die meisten Polyphenole?

Die Höhe des Polyphenolgehalts hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Olivensorte: Picual, Coratina und Koroneiki gelten als natürlich polyphenolreiche Sorten. Arbequina ist milder – kann aber durch Frühernte und konsequente Verarbeitung trotzdem beachtliche Werte erreichen.
  • Anbauregion und Höhenlage: Olivenbäume in Stresslagen – Hitze, Trockenheit, Höhe – produzieren mehr Polyphenole als Bäume in optimalen Bedingungen. Der Naturpark Sierra Nevada, wo Mi Olivar anbaut, bietet genau diesen Klimastress: heiße Sommer, kühle Nächte, bis zu 24 °C Tagesspanne.
  • Erntezeitpunkt: Oktober-Ernten (frühe Reife, grüne Frucht) liefern deutlich mehr Polyphenole als Januar-Ernten. Bei Mi Olivar findet die Ernte im Oktober statt – handverlesen bei Tageslicht.
  • Transparenz: Seriöse Hersteller geben den Polyphenolgehalt pro Charge an – mit unabhängigen Laborwerten, nicht nur mit Marketingaussagen.
Polyphenolgehalt im Vergleich · mg/kg · Ernte 2025

Wieviel Polyphenole stecken wirklich drin?

Typisches Supermarkt-Öl
EU Health Claim Schwelle
Mi Olivar Blaue Edition
Mi Olivar Grüne Edition
Typisches Supermarkt-Olivenöl 50–150 mg/kg
nativ extra, keine Polyphenolangabe
EU-Schwelle ≥250
EU Health Claim Mindestschwelle 250 mg/kg
ab hier: Polyphenol-Gesundheitsaussage zulässig
EU-Schwelle ≥250
Mi Olivar — Blaue Edition 433 mg/kg
100 % Arbequina · laborbestätigt · Ernte Oktober 2025
EU-Schwelle ≥250
Mi Olivar — Grüne Edition 526 mg/kg
Picual & Lechín de Granada · laborbestätigt · Ernte Oktober 2025
EU-Schwelle ≥250
Was das bedeutet: Den EU Health Claim dürfen nur Öle tragen, die ≥ 5 mg Hydroxytyrosol und Derivate pro 20 g liefern — das entspricht ≥ 250 mg/kg. Mi Olivar liegt mit beiden Editionen deutlich darüber. Alle Werte sind durch unabhängige Laboranalysen für jede Charge belegt und im Shop einsehbar.

Olivenöl als Kern der mediterranen Ernährung.

Die mediterrane Ernährung gilt in der Ernährungsforschung als eines der am besten untersuchten Ernährungsmuster der Welt. Die PREDIMED-Studie, eine der größten randomisierten Ernährungsstudien überhaupt, durchgeführt mit über 7.000 Teilnehmern in Spanien, untersuchte, welche Lebensmittel im Mittelpunkt der mediterranen Küche stehen. Natives Olivenöl Extra war in der Interventionsgruppe das zentrale Lebensmittel.

Was macht die mediterrane Ernährung im Kern aus?

  • Viel Gemüse, 
  • Hülsenfrüchte, 
  • Fisch, 
  • wenig verarbeitetes Fleisch – und 
  • reichlich natives Olivenöl Extra als primäre Fettquelle. 

Menschen in Südspanien, Süditalien und Griechenland verwenden es nicht als gelegentliches Würzmittel, sondern als tägliche Grundlage. 2 bis 4 Esslöffel täglich sind in der traditionellen mediterranen Küche selbstverständlich.

Wie viel und welches Olivenöl sollte man am tag einnehmen?

Die EFSA-Referenzmenge für den zugelassenen Claim liegt bei 20 g täglich: das entspricht etwa 1,5 bis 2 Esslöffeln. Diese Menge ist in der mediterranen Küche selbstverständlich: als Dressing über dem Salat, zum Dippen, zum Verfeinern.

Die entscheidende Frage ist nicht nur die Menge, sondern die Qualität des Öls. Denn:

  • Ein Öl mit 80 mg/kg Polyphenolen – wie es bei vielen Supermarktölen der Fall ist – liefert pro 20 g gerade einmal 1,6 mg Hydroxytyrosol. Der EFSA-Schwellenwert von 5 mg wird dabei nicht erreicht.
  • Ein Öl mit 433 mg/kg Polyphenolen liefert bei gleicher Menge etwa 8,7 mg. Der Schwellenwert wird deutlich übertroffen.

Die Menge allein entscheidet also nicht. Das Öl entscheidet.

Olivenöl: Lebensmittel oder Supplement?

In der mediterranen Ernährung wird Olivenöl nicht dosiert wie ein Nahrungsergänzungsmittel. Es ist Kochfett, Dressing, Dip und Finishing in einem. Wer mediterran kocht, erreicht die täglich empfohlenen 20 g nicht durch bewusste Supplementation, sondern durch selbstverständlichen Alltagseinsatz: ein Schuss über die Tomaten, ein Löffel ins Pesto, ein Guss über das gegrillte Gemüse.

Sinnvoll oder Mythos: Sollte man Olivenöl pur trinken?

Auf nüchternen Magen nimmt der Körper Fette anders auf als zu einer Mahlzeit.

Die EFSA-Referenzmenge von 20 g täglich lässt sich problemlos auf nüchternen Magen einnehmen. Ob morgens oder abends macht für die Polyphenolaufnahme keinen messbaren Unterschied – was zählt, ist die tägliche Gesamtmenge und die Qualität des Öls.

Wer Olivenöl pur trinken möchte, sollte zu einem Öl greifen,
das den EFSA-Schwellenwert sicher übersteigt. Ein Öl mit 80 mg/kg Polyphenolen liefert bei einem Esslöffel (ca. 14 g) nicht einmal 1,2 mg Hydroxytyrosol. Ein Öl mit 433 mg/kg liefert bei gleicher Menge etwa 6 mg.

Was ist gesünder: Rapsöl oder Olivenöl?

Rapsöl hat ein besseres Omega-6:Omega-3-Verhältnis (2:1 vs. ca. 9:1 bei Olivenöl). Das ist ein echter Pluspunkt für die Fettsäurebilanz.

Natives Olivenöl Extra hingegen enthält etwas, das kein raffiniertes Rapsöl bietet:
Polyphenole. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehen beim Raffinationsprozess vollständig verloren. Wer Rapsöl kauft, kauft in der Regel ein raffiniertes Industrieprodukt ohne Polyphenole

Kurzfassung:
Rapsöl hat ein günstigeres Fettsäureprofil. Natives Olivenöl Extra mit hohem Polyphenolgehalt hat etwas, das Rapsöl grundsätzlich nicht haben kann: einen wissenschaftlich geprüften, EU-zugelassenen Qualitätsnachweis für seine Wirkung auf die Blutfette.

Kann man gesundes Olivenöl am Label erkennen?

„Nativ Extra“ ist die höchste EU-Güteklasse für Olivenöl. Sie garantiert mechanische Gewinnung, keine Wärme über 27 °C und einen Säuregehalt unter 0,8 %. Das ist die Grundlage, aber keine Aussage über den Polyphenolgehalt.

Ein Nativ-Extra-Öl kann 50 mg/kg Polyphenole haben oder 526 mg/kg. Beides trägt dasselbe Label.

Worauf du beim Kauf achten solltest:

Mi Olivar Laborwerte im Vergleich: Blaue Edition und Grüne Edition gegen EU-Schwellenwerte

Andalusien · Ernte Oktober 2025
Laborwerte — jede Charge öffentlich
Alle Werte unabhängig analysiert. Die EU legt Grenzwerte fest. Wir zeigen, wie weit wir davon entfernt sind.
Blaue Edition (Arbequina) Grüne Edition (Picual/Lechín) EU-Schwelle
Polyphenole
433 mg/kg 526 mg/kg EU ≥ 250
Beide Editionen übertreffen den EU-Schwellenwert für den zugelassenen Health Claim deutlich.
Säuregehalt (EU max. 0,8 %)
0,11 % 0,13 %
Weniger als ein Sechstel des EU-Grenzwerts — Ergebnis der Frühernte und sofortigen Pressung am Erntetag.
Peroxidzahl (EU max. 20 meq/kg)
4,9 6,7
Niedriger Oxidationsgrad — Zeichen für Frische und lichtdichte Abfüllung.
Pestizide
nicht nachweisbar
Beide Editionen: < 0,010 mg/kg — in keiner Charge nachgewiesen.
Kennwert Blau Grün EU
Olivensorte Arbequina Picual / Lechín
Polyphenole 433 mg/kg 526 mg/kg ≥ 250 mg/kg
Säuregehalt 0,11 % 0,13 % max. 0,8 %
Peroxidzahl 4,9 meq/kg 6,7 meq/kg max. 20
Pestizide n. nachweisbar n. nachweisbar < 0,010 mg/kg
Ernte Okt. 2025 Okt. 2025
Mühle Oro del Desierto, Granada
Direkt vom Erzeuger · Abrucena, Sierra Nevada
Das Öl hinter den Zahlen
Frühernte Oktober, Handlese bei Tageslicht, Kaltpressung am selben Tag. Für jede Charge dieselben Ansprüche.

Deine Fragen.


Hochwertiges Natives Olivenöl Extra mit ausreichend Polyphenolen hat einen EU-zugelassenen Health Claim: Olivenöl-Polyphenole tragen zum Schutz der Blutfette vor oxidativem Stress bei – bei einem täglichen Verzehr von 20 g eines Öls mit mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und Derivaten pro 20 g. Ob ein konkretes Öl diesen Schwellenwert erreicht, hängt vom Polyphenolgehalt ab – der auf den meisten Flaschen nicht angegeben wird. der Herstellungs- und Erntemethode fragen. 


Die EFSA-Referenzmenge für den Polyphenol-Claim liegt bei 20 g täglich, das entspricht etwa 1,5–2 Esslöffeln. Diese Menge ist in einer normalen Küche problemlos erreichbar – als Dressing, Dip oder Finish.


Grundsätzlich: Öle aus polyphenolreichen Sorten (Picual, Coratina, Koroneiki), früh geerntet (Oktober, grüne Frucht), kaltgepresst am Erntetag, aus Stresslagen (Trockenheit, Hitze, Höhe). Entscheidend ist der konkret ausgewiesene Laborwert – kein Label ersetzt ihn.


Raffiniertes Olivenöl enthält keine nennenswerten Polyphenole mehr. Der Raffinationsprozess entfernt sie vollständig. Wer den Polyphenol-Claim nutzen möchte, braucht Natives Olivenöl Extra – nicht raffiniertes.


Das Kratzen stammt von Oleocanthal – einem Polyphenol, das in frischem, polyphenolreichem Öl vorkommt. Kein Kratzen bedeutet: wenig Oleocanthal, wenig Polyphenole. Kenner bezeichnen dieses Kratzen als Qualitätsmerkmal.

Für äußere Pflegeanwendungen auf sehr trockener Haut kann Natives Olivenöl Extra eingesetzt werden. Bei fettiger Haut oder Akne ist Vorsicht geboten, da Olivenöl komedogen wirken kann (Poren verstopft). Für Pflegeanwendungen eignet sich ein mildes, gefiltertes Öl wie die Blaue Edition.

Rechtlicher Hinweis.
Alle gesundheitsbezogenen Aussagen in diesem Artikel, die sich auf Olivenöl-Polyphenole beziehen, basieren auf dem offiziell zugelassenen Health Claim gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012: „Olivenöl-Polyphenole tragen zum Schutz der Blutfette vor oxidativem Stress bei.“ Dieser Claim gilt ausschließlich für Olivenöle, die mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und seine Derivate pro 20 g Öl enthalten, bei einem täglichen Verzehr von 20 g. Olivenöl ist ein Lebensmittel, kein Arzneimittel. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung.
Quellen & weiterführende Informationen

Die in diesem Artikel genannten Fakten zu Polyphenolen, dem EU Health Claim und dem Erntezeitpunkt basieren auf folgenden Quellen.

EU Health Claim & Regulierung
  • EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Olivenöl-Polyphenole schützen Blutfette vor oxidativem Stress
    Die Europäische Kommission hat auf Basis eines EFSA-Gutachtens einen Health Claim für Olivenöl-Polyphenole zugelassen. Der Claim darf nur für Öle verwendet werden, die mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und seine Derivate pro 20 g Öl enthalten – bei einem täglichen Verzehr von 20 g. Der Originaltext der Verordnung ist im EU-Amtsblatt L 136 veröffentlicht.
    EU-Gesetzgebung EUR-Lex – Verordnung (EU) Nr. 432/2012 →
  • Der EU-Schwellenwert von 250 mg/kg Polyphenolen entspricht 5 mg Hydroxytyrosol pro 20 g Öl
    New Food Magazine erläutert die Hintergründe des einzigen für Olivenöl zugelassenen Health Claims und erklärt, warum 5 mg Hydroxytyrosol und Derivate pro 20 g Öl einem Polyphenol-Mindestgehalt von ca. 250 mg/kg entsprechen.
    Fachpublikation New Food Magazine – EU Health Claim Olivenöl Polyphenole →
  • Analytische Anforderungen zur Umsetzung des Health Claims – Herausforderungen bei der Messung
    Eine im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlichte Studie zeigt, dass die Messung der relevanten Phenolverbindungen methodisch komplex ist und unterschiedliche Hydrolyseverfahren zu abweichenden Ergebnissen führen können – ein Argument dafür, auf unabhängige, akkreditierte Laboranalysen zu vertrauen.
    Peer-reviewed Journal of Agricultural & Food Chemistry – Analytische Anforderungen →
  • Validiertes UHPLC-Verfahren zur Bestimmung von Hydroxytyrosol und Tyrosol im Olivenöl
    Eine im Journal of Chromatography veröffentlichte Studie (PMC) beschreibt ein validiertes Analyseverfahren zur Bestimmung der für den Health Claim relevanten Phenolverbindungen – Grundlage für unabhängige Laboranalysen wie jene, die Mi Olivar für jede Charge durchführt.
    Peer-reviewed (PMC) PMC – UHPLC-Methode zur Hydroxytyrosol-Bestimmung →
Oleocanthal & Polyphenol-Wirkung
  • Oleocanthal hemmt COX-1 und COX-2 mit ähnlichem Wirkprofil wie Ibuprofen (Beauchamp et al., 2005)
    Gary K. Beauchamp und Kollegen vom Monell Chemical Senses Center veröffentlichten 2005 in der Fachzeitschrift Nature den Nachweis, dass Oleocanthal im Olivenöl dieselben Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2) hemmt wie das Schmerzmittel Ibuprofen. Olivenöl ist kein Arzneimittel – die Studie belegt aber die biologische Aktivität dieser Verbindung im Labor.
    Peer-reviewed (Nature) PubMed – Beauchamp et al., Nature 2005 →
  • Oleocanthal hemmt COX-1 und COX-2 in equimolarer Konzentration stärker als Ibuprofen
    Eine Übersichtsstudie im PMC (Parkinson & Keast, 2014) zeigt, dass Oleocanthal bei äquimolarer Konzentration eine 41–57%ige Hemmung der COX-Enzyme erreicht – und damit eine stärkere Wirkung als Ibuprofen im gleichen Assay. Wichtig: Diese Ergebnisse stammen aus In-vitro-Experimenten und sind keine klinischen Aussagen über Olivenöl als Lebensmittel.
    Peer-reviewed (PMC) PMC – Oleocanthal, eine Phenolverbindung mit entzündungshemmender Wirkung →
Erntezeitpunkt & Polyphenolgehalt
  • Frühernte-Öle enthalten bis zu 74 % mehr Polyphenole als Späternte-Öle
    Eine 2018 im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlichte Studie verfolgte dieselbe Koroneiki-Plantage über 12 Wochen: Der Polyphenolgehalt fiel von 1.240 mg/kg Anfang Oktober auf 680 mg/kg Mitte November und nur noch 320 mg/kg Ende Dezember – ein Rückgang von 74 % innerhalb von drei Monaten. Frühernte (grüne Frucht, Oktober) liefert demnach typischerweise 2–3× mehr Polyphenole als Späternte.
    Wissenschaftliche Quelle Best Olive Oil Ranked – Frühernte vs. Späternte (Studienzusammenfassung) →
  • Mehrfachstudie: Sorten, Klimabedingungen und Verarbeitungstechnik beeinflussen den Polyphenolgehalt signifikant
    Eine im PMC veröffentlichte Auswertung norditalienischer Olivenöle zeigt, dass neben dem Erntezeitpunkt auch Sorte, Boden, Klimabedingungen und die Bewirtschaftungsform (biologisch vs. konventionell) den Polyphenolgehalt maßgeblich beeinflussen. Anbau in Stresslagen erhöht die Polyphenolproduktion der Pflanze.
    Peer-reviewed (PMC) PMC – Phenolgehalt in früh und spät geernteten EVOOs →
  • Polyphenolgehalt sinkt bei Lagerung um durchschnittlich 42 % innerhalb von 12 Monaten
    Eine Analyse von 160 nativen Olivenölen extra, die dunkel bei Raumtemperatur gelagert wurden, zeigte einen durchschnittlichen Rückgang des Polyphenolgehalts um 42 % nach 12 Monaten. Das unterstreicht die Bedeutung des Erntejahrs auf dem Etikett gegenüber dem bloßen MHD.
    Wissenschaftliche Quelle ScienceInsights – Welches Olivenöl hat den höchsten Polyphenolgehalt? →
Warenkorb
Nach oben scrollen