Tierfreundlicher Hain: So schützen wir Singvögel.

Veganes olivenöl. ohne Vogelsterben.

Olivenöl ist pflanzlich, aber nicht immer ethisch unbedenklich. Bei der industriellen Nachternte sterben jährlich Millionen Singvögel — still, unsichtbar, undokumentiert. Wir ernten anders: per Hand, bei Tageslicht, im Einklang mit dem Hain.

Olivenernte mit der Hand
Vogelnest im Olivenhain
Handernte Olivenernte
Marienkäfer bei der Ernte
Darum geht's

Darum ist Olivenöl nicht automatisch vegan.

Auch wenn Olivenöl botanisch und ernährungsphysiologisch betrachtet, ein rein pflanzliches Produkt ist, ist es nicht automatisch vegan. Der Grund: Bei der nächtlichen maschinellen Ernte in industriellen Plantagen sterben massenhaft Singvögel, auch wenn seit einigen Jahren Verbote gelten (mehr dazu im FAQ).  Olivenöl kann ein Vegan- oder Bio-Label tragen und trotzdem können bei der Herstellung viele Vögel und andere tierische Hainbewohner sterben. 

Wer veganes Olivenöl kaufen möchte, stellt sich deshalb nicht nur die Frage „Was ist drin?“, sondern zu Recht auch:
„Wie wurde das Öl produziert?“.

Paula Gerstenberger Ernährungsberaterin

„Vegane Ernährung ist für viele nicht nur eine Frage der Zutaten, sondern vor allem der Haltung. Olivenöl ist ein natürliches Produkt und seine Herstellung hinterlässt Spuren. Das macht Olivenöl nicht schlecht. Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, kann genau hier ansetzen und zu Erzeugern greifen, denen diese Verantwortung bewusst ist.“ 

– Paula Gerstenberger, zertifizierte vegane Ernährungsberaterin 

Veganes Olivenöl kaufen heißt: nach dem ernteverfahren fragen.
Achte auf Herkunftstransparenz, auf kleinbäuerliche Betriebe, auf handgeerntete Öle und auf Anbieter, die ihre Erntepraktiken offen kommunizieren. Mi Olivar tut genau das.

Worüber niemand spricht: Das stille Sterben im Olivenhain.

Jedes Jahr lassen sich Millionen Zugvögel in den Olivenhainen Südeuropas zum Überwintern nieder: darunter Rotkehlchen, Grasmücken und Stieglitze. Nachts suchen die Tiere Schutz in den dichten Baumkronen der Olivenbäume. Genau das wird ihnen zum Verhängnis.

Nachts rücken auf vielen industriellen Plantagen in Spanien, Portugal, Italien und Frankreich riesige Erntemaschinen an. Sie umfassen die Bäume von 2 Seiten, schütteln sie mechanisch und saugen die Oliven ab, und die ruhenden Singvögel. Auch unzählige Insekten, Kriechtiere und kleine Säugetiere kommen durch die Maschinen zu Schaden. 

Die blendenden Scheinwerfer der Maschinen versetzen die Tiere in Schockstarre. Sie können
nicht fliehen und sterben qualvoll in den Erntebehältern.

Warum ernten Produzenten überhaupt nachts?

Wirtschaftliche Interessen: Kühlere Nachttemperaturen sollen das Aroma des Öls verbessern, und wenn teure Maschinen rund um die Uhr laufen, sinken die Kosten pro Liter. Das Ergebnis ist günstiges Supermarkt-Olivenöl. Bezahlt wird der Preis von den Tieren.

Industrielles Olivenöl vs. Mi Olivar

Transparenz-Hinweis: 100% Sicherheit gibt es nicht – denn auch bei größter Sorgfalt können wir nicht ausschließen, dass einzelne Tiere zu Schaden kommen können. Bei unserer Ernte hat sich aber mittlerweile etabliert: Bei jeder (kleinen) Sichtung wird gerufen, Tiere werden vorsichtig aus den Oliven gelesen, umgesiedelt & mit maximalen Respekt behandelt – auch die kleinen Insekten!

Unsere Erntemethode: So vermeiden wir Vogelleid.

Unser Olivenhain ist kein Monokultur-Betrieb. Zwischen den Olivenbäumen wachsen Mandelbäume, Granatäpfel, Weinreben. Dieser Mischbestand macht Maschinenernten unmöglich. Das ist bewusst so gewählt.
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„Wir ernten unsere Oliven im Einklang mit der Natur und quasi minimalinvasiv. Mir ist außerdem wichtig, dass alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult und auf dem Feld als eingespieltes Team arbeiten. Mit Respekt für unsere Bäume und den tierischen Hainbewohnern.“ 

– Ana Martinez Garcia, Gründerin, CEO und Olivenöl-Sommelier von Mi Olivar
 

Vogelnest im Olivenhain
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Hain als Lebensraum: Es geht nicht nur um die Vögel.

Zwischen unseren Olivenbäumen wachsen Mandeln, Granatäpfel und Weinreben. Darunter blühen Wildkräuter, die niemand gepflanzt hat, hier aber hingehören. Dazwischen summt, kriecht und nistet alles, was in einen gesunden andalusischen Hain gehört.

Das ist keine Designentscheidung. Es ist das Ergebnis davon, dass wir unseren Hain
nie zur Monokultur gemacht haben. Und das wollen wir auch nicht ändern.

Industrielle Olivenplantagen maximieren den Ertrag. Wir maximieren etwas anderes:
ein Ökosystem, das sich selbst trägt: 

  • Wilde Bienen und Hummeln bestäuben die Begleitflora.
  • Florfliegen und Marienkäfer leben in den Sträuchern und halten uns die gefürchtete Olivenfliege vom Hals. 
  • Auf den alten Steinmauern jagen Eidechsen und Geckos, 
  • während nachts Steinkäuze und Fledermäuse lautlos ihre Runden drehen.

Jedes Tier, jedes Kraut erfüllt eine Aufgabe. Diese Artenvielfalt ist unser natürlicher Schutzschild: Sie hält den Boden lebendig, speichert Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass sich der Hain selbst reguliert. Auch Millionen von Zugvögeln finden bei uns ein sicheres Winterquartier. Weil wir das respektieren, ernten wir ausschließlich tagsüber und per Hand. Bei uns fährt nachts keine Erntemaschine, die schlafende Vögel gefährdet.

Das hat einen
angenehmen Nebeneffekt: Unser Öl braucht keine synthetischen Helfer. Keine Pestizide, keine Insektizide, keine Fungizide. Weil die Natur das hier schon seit Jahrhunderten ohne Chemie regelt.

Olivenbäume werden bis zu 500 Jahre alt.
Unsere ältesten stehen seit über 250 Jahren auf diesem Boden. Sie haben gelernt, mit der Sierra Nevada zu leben – mit Frost, Hitze und Trockenheit. Diese Resilienz steckt in jeder Flasche.

Traditionelle Olivenhaine für mehr Biodiversität

Andalusische Olivenhaine beherbergen rund 

  • 10 % der gesamten iberischen Pflanzenflora,
  • 30 % aller Vogelarten und
  • 20 % aller Ameisen- und Bienenarten der Region.

Damit zählt der traditionelle Olivenhain zu den wichtigsten Rückzugsräumen für Mittelmeer-Biodiversität überhaupt.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Bewirtschaftung. Eine umfassende IUCN-Studie zeigt: traditionelle Olivenhaine sind deutlich besser für die Biodiversität als intensive Anbaumethoden, während intensive Bewirtschaftung vor allem überwinternde Vogelarten messbar zurückdrängt.

Der Grund dafür ist die Baumdichte: traditionell bewirtschaftete Haine haben 40 bis 50 Bäume pro Hektar mit viel Raum dazwischen, intensive Plantagen 200 bis 300. Genau dieser fehlende Zwischenraum ist es, der Unterwuchs, Insekten und am Ende auch Vögel verdrängt. Das EU-Forschungsprojekt LIFE Olivares Vivos hat das über Jahre in 40 andalusischen Olivenhainen gemessen.

Das Ergebnis
: Innerhalb von nur 3 Jahren stieg die Anzahl der Vogel-, Ameisen-, Bienen- und Pflanzenarten in den umgestellten Hainen um 7 bis 12 %, die Häufigkeit der Arten sogar um 40 %. Insgesamt wurden in den untersuchten Hainen 180 Vogelarten, 60 Ameisenarten, 200 Wildbienenarten und über 750 Pflanzenarten nachgewiesen – darunter eine zuvor unbekannte Pflanzenart, die erstmals in einem Olivenhain entdeckt wurde. 

Andalusische Olivenhaine im Vergleich
Traditionelle Olivenhaine zählen zu den wichtigsten Rückzugsräumen für Mittelmeer-Biodiversität
Pflanzenflora der iberischen Halbinsel
10%
10%
Vogelarten aller iberischen Arten
30%
30%
Ameisen & Bienen aller iberischen Arten
20%
20%
Diese Zahlen stammen aus Untersuchungen des EU-Forschungsprojekts LIFE Olivares Vivos (Universität Jaén, CSIC & SEO/BirdLife) zur Biodiversität andalusischer Olivenhaine im Allgemeinen – ein Beleg dafür, wie wertvoll traditionell bewirtschaftete Haine als Lebensraum sind.
Flora
Vögel
Bestäuber

Wer kreucht und fleucht hier?

Du möchtest wissen, wer bei uns auf den Hainen leben könnte? Die folgende interaktive Grafik zeigt dir, welche Tierarten im Umkreis unserer Haine bereits gesichtet wurden. 

Artenvielfalt im Mi Olivar Hain
Arten werden geladen
Daten: iNaturalist · Beobachtungen im Bereich des Mi Olivar Hains, Andalusien

Deine Fragen.


Botanisch ja — Olivenöl enthält keine tierischen Bestandteile. Aber vegane Ernährung steht für eine Haltung gegenüber Lebewesen, nicht nur für eine Zutatenliste. Deswegen gilt: Wer veganes Olivenöl kaufen möchte, sollte nach der Herstellungs- und Erntemethode fragen. 


Direkt im Öl landen sie in der Regel nicht — Ernte und Pressung sind getrennte Schritte. Aber Vögel sterben massenhaft im Erntebehälter, und wie sorgfältig industrielle Betriebe aussortieren, ist nicht kontrollierbar. 


Ja, es gibt Verbote, aber diese gelten nicht pauschal für jeden Olivenhain. 

In den wichtigsten Anbauregionen wurde reagiert. In Andalusien ist die nächtliche maschinelle Ernte in
„super-intensiven“ Plantagen (Heckenanbau) seit der Saison 2020/21 offiziell untersagt. Auch in Portugal (Region Alentejo) gibt es strikte zeitliche Einschränkungen durch das Naturschutzinstitut ICNF.

Das Verbot
betrifft gezielt industrielle Hochleistungs-Plantagen, in denen große Vollerntemaschinen eingesetzt werden. Traditionelle Olivenhaine (Einzelbäume) sind davon meist nicht betroffen, da dort in der Regel ohnehin tagsüber geerntet wird und die tödliche Saugwirkung der Großmaschinen entfällt.

Die oft zitierte Zahl von 2,6 Millionen getöteten Vögeln stammt aus einem Bericht der Junta de Andalucía von 2018 –
also aus der Zeit vor dem Verbot. Wie viele Tiere heute noch sterben, ist wissenschaftlich schwer zu beziffern. Zwar sank das Risiko durch die Gesetze massiv, doch eine lückenlose Kontrolle jedes einzelnen Hains ist praktisch unmöglich.

 


Nein, Vögel sind die am besten dokumentierten Opfer, aber die Maschinen unterscheiden nicht. Was und wer sich im Baum befindet, wird eingezogen. Insekten, Spinnen, Geckos und andere Kriechtiere, in der Nacht auch Fledermäuse und kleine Säugetiere. Nur Vögel werden gezählt, weil sie sichtbar und geschützt sind. Der Rest bleibt unsichtbar.


Ja. Der Hain ist ein Mischbestand aus Oliven-, Mandel- und Granatapfelbäumen sowie Weinreben — das macht Maschinenernten grundsätzlich unmöglich. Die gesamte Ernte findet per Hand und bei Tageslicht statt. Vögel und andere Tiere können jederzeit ausweichen und werden von uns auch in Ruhe gelassen oder aus der Erntezone geleitet. 

Quellen

Quellen & weiterführende Informationen

Die in diesem Artikel genannten Fakten zu Biodiversität, traditioneller Olivenhain-Bewirtschaftung, nächtlicher Ernte und Vogelsterben basieren auf folgenden Quellen.

Biodiversität & Olivenhain-Ökosystem
  • Traditionelle Olivenhaine sind besser für die Biodiversität als intensive Anbaumethoden
    Eine Studie der International Union for Conservation of Nature (IUCN) vergleicht die Nachhaltigkeitsprofile von Olivenhainen mit anderen Ölsaaten-Kulturen und zeigt: traditionelle Bewirtschaftung begünstigt die Biodiversität deutlich, während intensive Methoden vor allem überwinternde Vogelarten messbar zurückdrängen.
    Wissenschaftliche Quelle Olive Oil Times – IUCN-Studie →
  • Baumdichte: 40–50 Bäume/ha (traditionell) vs. 200–300 Bäume/ha (intensiv)
    Eine im Fachjournal Science of the Total Environment veröffentlichte Studie zur Soundscape-Analyse von Olivenhainen dokumentiert die strukturellen Unterschiede zwischen traditioneller und intensiver Bewirtschaftung und deren Folgen für die Vogeldiversität.
    Wissenschaftliche Quelle ScienceDirect – Soundscapes of Olive Groves →
  • Andalusische Olivenhaine: 10 % der iberischen Flora, 30 % der Vogelarten, 20 % der Ameisen- und Bienenarten
    Diese Zahlen stammen direkt aus den Projektergebnissen von LIFE Olivares Vivos, koordiniert von SEO/BirdLife in Zusammenarbeit mit der Universität Jaén und dem CSIC (Spanischer Nationaler Forschungsrat). Sie fassen zusammen, wie bedeutsam der andalusische Olivenhain als Rückzugsraum für die iberische Artenvielfalt insgesamt ist.
    Projektquelle (EU-LIFE) Olivares Vivos – Projektergebnisse →
  • LIFE Olivares Vivos: +7–12 % Artenzahl, +40 % Artenhäufigkeit innerhalb von 3 Jahren
    Forscher der Universität Jaén und des CSIC dokumentierten in 40 andalusischen Olivenhainen über drei Jahre die Effekte biodiversitätsfördernder Bewirtschaftung. Die Zahl der Vogel-, Ameisen-, Bienen- und Pflanzenarten stieg um 7 bis 12 %, ihre Häufigkeit um 40 %.
    Fachpresse Olive Oil Times – Olivares Vivos Ergebnisse →
  • 180 Vogelarten, 60 Ameisenarten, 200 Wildbienenarten, 750+ Pflanzenarten in den untersuchten Hainen – inklusive einer neu entdeckten Pflanzenart
    Der offizielle Abschlussbericht des LIFE-Projekts (Referenz LIFE14 NAT/ES/001094) listet die kumulierten Artenzahlen aus 20 Demonstrations-Olivenhainen mit über 15.000 Erhebungen auf. Darunter die neu beschriebene Pflanzenart Linaria qartobensis, die erstmals in einem Olivenhain nachgewiesen wurde.
    Amtliche EU-Quelle EU LIFE-Projektdatenbank →
Nächtliche Ernte & Vogelsterben
  • Andalusien verbietet nächtliche Maschinenernte in Superintensiv-Plantagen seit der Saison 2020/21
    Die Junta de Andalucía hat die nächtliche Ernte mit „cosechadoras cabalgantes" (Überzeilen-Erntemaschinen) in Olivar-Superintensivo-Plantagen per Verwaltungsbeschluss ausgesetzt – seither jährlich verlängert, zuletzt für die Saison 2025/26.
    Amtliche Quelle BOJA – Resolución de 16.09.2021 →
  • Rund 2,6 Millionen Vögel sterben jährlich allein in Andalusien durch nächtliche Ernte
    Die portugiesische Tageszeitung Público berichtet unter Berufung auf Studien der andalusischen Regionalregierung und SEO/BirdLife über das Ausmaß des Vogelsterbens, das zum Verbot der Nachternte führte.
    Journalistische Quelle Público.pt – ICNF-Bericht →
  • Portugal (Region Alentejo) untersagt die nächtliche Ernte durch das Naturschutzinstitut ICNF
    Das Instituto de Conservação da Natureza e das Florestas bestätigt die fortlaufende Untersagung der nächtlichen Maschinenernte und verweist auf eine Studie des INIAV, wonach die Praxis nachweislich zu signifikanter Vogelsterblichkeit führt – rund 100.000 Zugvögel jährlich allein im Alentejo.
    Amtliche Quelle ICNF via Público.pt →
  • Studienhintergrund: IFAPA-Feldforschung zur nächtlichen Ernte in Andalusien
    Das Instituto de Investigación y Formación Agraria y Pesquera (IFAPA) dokumentierte in 44 Feldkontrollen auf 137 Hektar „Seto"-Olivenanbau signifikante negative Effekte der nächtlichen Maschinenernte auf Vogelpopulationen – Basis für die jährlich verlängerten Verbote.
    Amtliche Quelle Olimerca – IFAPA-Studienergebnisse →
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